7 Schritte zum lebenden Weidenzaun

Die Entscheidung für den lebenden Weidenzaun ist schnell gefallen gewesen und die Familie überzeugt. Die Gründe, die für solche eine „Einfriedung“ sprechen, findet ihr unter 6 Gründe für den lebendenden Weidenzaun. 

Der Weidenzaun zu Beginn des zweiten Frühlings

Hier eine kurze Anleitung, wie ich meinen lebenden Weidenzaun gepflanzt habe.

Da wir Kinder haben, die gerne mal Bälle gegen den Zaun schießen oder sich dagegen werfen, sollte es stabiler sein. Daher entschied ich mich für die die Bauart als „Jägerzaun“. Klingt erstmal nach Opas Gartenzaun, steht hier aber nur für die Rautentechnik, die ich verwenden wollte. Die Ruten werden miteinander verflochten. Bereits beim Pflanzen der Weidenruten wurde ich von vielen Passanten angesprochen. Auch jetzt noch, findet unser Weidenzaun große Begeisterung. Die Beste Jahreszeit zum Anlegen eines Weidenzaunes ist das Frühjahr. Dies ist die Wachstumszeit der Weide. Ich habe meinen Ende März gepflanzt

Weidenzaun nach 3 Monaten

Weidenzaun nach 3 Monaten

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass ich auch Laie bin und hier nur meine Erfahrungen in diesem Projekt mitteile. Es sollen doch möglichst viele Menschen in den Genuss dieser Alternative zur langweiligen Hecke oder dem Doppelstabmattenzaun kommen. Wenn jemand seine Erfahrungen mit mir teilen will, freue ich mich über eine Nachricht im Kontaktbereich.

Doch jetzt zur Sache: Wie genau habe ich den Weidenzaun selbst gebaut, bzw. gepflanzt?

 

 

1. Werkzeug für den Weidenzaun

Es wird relativ wenig Werkzeug benötigt. Die meisten Dinge sollte der Hobbygärtner eh im Schuppen stehen haben.

Zum Vorbereiten der Erde empfahl man mir ein Hebeleisen wie dieses hier:

Das geht sicherlich gut, insbesondere, da man das Loch gut vordefiniert in die Erde bekommt. Ich hatte kein solches Werkzeug zur Hand. Der Nachteil ist auch, dass der Durchmesser des Brecheisens größer sein muss als der der Wiedenruten. Das hier gezeigte hat 30 mm Durchmesser, das sollte funktionieren.

Ich entschied mich aber, einfach einen Spaten zu verwenden. Gute Erfahrungen habe ich mit diesem Modell gemacht:

Für das Kürzen der dicken Ruten benötigten man eine Astschere. Für die dünneren eine einfache Gartenschere. Für die dickeren Äste am Ende habe ich einen kleinen Hammer gebraucht. Auch hier der Einfachheit halber Beispiele.

 

2. Die Weidenruten

Die Beschaffung der Weidenruten gestaltete sich als die größte Schwierigkeit. Man kann ja nicht einfach losgehen und irgendwo in der Landschaft die Weiden schneiden. Es gab zwar einen Shop im Internet, der die Ruten versendet. Die waren mir aber recht dünn. Ich habe einen befreundeten Garten- und Landschaftsbauer gefragt. Er hat bereits oft Weiden zur Gestaltung von Spielplätzen genutzt. Wer im Raum Bielefeld wohnt, kann sich gerne an mich wenden, ich gebe die Kontaktdaten weiter.

Man kann auch mal Landwirte oder die Gemeinde fragen. Da Weiden sehr stark wachsen, müssen diese auch regelmäßig zurückgeschnitten werden.

Die Menge hängt natürlich von der Länge und Höhe des Zaunes ab sowie von der gewünschten Dichte.

Wenn die Raute später einen Durchmesser von 15 cm haben soll, dann bedeutet das auch, dass die Ruten diesen Abstand haben müssen. Aber eben immer halt zwei hintereinander. Doch dazu später mehr. Also braucht man ungefähr 16 Ruten pro Meter. Bei meinen 15 Metern habe ich also über 200 Ruten verarbeitet.

3. Ende abstecken

Ich habe an den Enden 2 besonders dicke Äste senkrecht in den Boden getrieben. Sie hatten bereits ca. 4 cm Durchmesser. Die Länge muss so gewählt werden, dass diese Äste bereits die gewünschte Höhe des Zaunes haben. Ich habe sie mit dem Fäustel ca. 10 cm in den Boden getrieben. Da wir hier einen Lehmboden haben, hat das durchaus ausgereicht, damit er stabil stand. Bei weicherem Boden muss man wahrscheinlich tiefer gehen. Diese „Endpfosten“ geben dem Zaun Stabilität und markieren Anfang und Ende sowie die Höhe. Wer sehr dünne Ruten hat oder dem Zaun zusätzliche Stabilität (evtl. bei weichem Boden) geben möchte, kann auch im Verlauf des Zaunes immer mal wieder einen solchen Pfosten zur Stabilisierung verwenden.

Zur Hilfe kann man zwischen den beiden Pfosten auf Bodenhöhe eine Schnur spannen, damit man den Verlauf des Zaunes markiert. Ich habe das nicht gemacht, da ich zur Orientierung am Kantstein mit circa 15 cm entlang gearbeitet habe. Entlang dieser Linie werden wir später arbeiten.

Eine zweite Schnur zwischen den oberen Enden hilft, die Ruten später gerade zu setzen und auf einer Höhe zu haben.

4. Die Weidenruten vorbereiten

Wenn man sich also die Ruten beschafft hat, gilt es, sie auf Länge zu bringen. So genau muss man nicht sein, Abschneiden geht immer hinterher. Nur zu kurz dürfen sie nicht sein. Bei einer Neigung von ca. 30° zur Senkrechten und einer Zaunhöhe von 1,2 m müssen die Ruten 1,4 m über der Erde lang sein. Ich würde zusätzlich 20 cm unter der Erde einplanen. Dann sind wir bei 1,6 m. Am Besten einmal ein Stück des Musters probeweise stecken und schauen, ob es gefällt.

Bitte beachtet folgendes

Erste Wurzeln nach 2 Wochen wässern

Erste Wurzeln nach 2 Wochen wässern

  • die meisten Ruten sollten noch biegsam sein
  • die Ruten sollten frei von Trieben sein (mit der Astschere abschneiden)

Ich habe auch von Leuten gehört, die die Ruten erst 1-2 Wochen in Wasser gestellt haben. In der Zeit bilden sie bereits Wurzeln. Ich habe darauf verzichtet. Zum einen hatte ich keine Gefäße, um 200 Ruten einzustellen. Zum Anderen habe ich bei einem späteren Weidenprojekt die Erfahrung gemacht, dass die jungen Wurzeln beim Einstecken in die Erde leicht abbrechen. Also muss dann das Loch für die Ruten entsprechend größer werden.

 

 

5. Die Weidenruten pflanzen

Die Weidenruten werden immer abwechselndd schräg in die Erde gesteckt.

Die Weidenruten werden immer abwechselnd schräg in die Erde gesteckt.

Nun geht es an die Arbeit. Am Besten fängt man in der Mitte an und arbeitet sich zu den Seiten durch. Bei der Arbeit mit dem Hebeleisen kann man jeweils

abwechselnd das Loch entlang der Linie in den Boden stemmen und dann die Rute einstecken. Hier muss man darauf achten, dass das Loch schon den richtigen Winkel hat. Bei Verwendung des Spatens ist man etwas flexibler. Ich habe immer den Spaten eine Spatentiefe in den Boden gesteckt. Dann etwas hin und her bewegt, um das Loch zu weiten. Somit hat man ein konisches Loch. Nun werden bei abwechselnder Richtung die Ruten eingesteckt. Und dies jeweils so tief, dass sie von selbst stehen bleiben. Beim Einstecken dann jeweils verflechten. Ich hatte teilweise sehr dicke Äste dabei, die sich nicht richtig verflechten ließen. Auch nicht schlimm. Diese habe ich dann einfach mit etwas Sisalband festgebunden. Die Ruten sollten immer über die obere Richtschnur hinaus ragen. Abschneiden machen wir später.

Nach dem ersten Meter erhält der Zaun schon eine spürbare Stabilität. Wenn er nicht ganz gerade ist, ist das nicht sonderlich schlimm. Das sieht man später nicht. Wenn er nicht stabil genug ist oder sehr schief steht, kann man jetzt immer noch einige dicke Äste als Pfosten einbringen wie oben beschrieben.  Den Zaun dann mit Sisal am Pfosten festbinden.

6. Schneiden des Weidenzauns

So, der Zaun steht! Jetzt müssen wir nur noch die Ruten auf eine Länge einkürzen mit der Astschere oder der Gartenschere (je nach Durchmesser).

 

7. Pflege des Weidenzauns

Gießen klingt zunächst selbstverständlich. Aber Wasser ist wichtig. In den ersten 2 Wochen habe ich den Zaun täglich gegossen,  danach 2 Wochen lang alle 2 Tage. Danach im Mai dann auch noch immer, wenn es mehr als 2 Tage nicht geregnet hat. Der Sommer war 2017 so verregnet, dass es nach Mai nie zwei Tage ohne Regen gab. Wie auch immer würde ich in trockenen Monaten insbesondere am Anfang häufiges Gießen empfehlen.

Dann habe ich im Verlauf des Jahres immer wieder mal Äste, die mir zu lang wurden abgeschnitten oder eingekürzt. Die hat das Austreiben am Stamm wieder gefördert.

 

Fertig ist der Weidenzaun!

Der Weidenzaun kurz nach der Erstellung

Der Weidenzaun kurz nach der Erstellung

 

Weidenzaun nach 8 Wochen

Weidenzaun nach 8 Wochen

   

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11 Kommentare

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  1. Hallo, tolle natürliche Alternative zum einheitszaun 🙂
    Wie sieht dieser jetzt nach 2 Jahren aus? Muss viel zurück geschnitten werden?

    1. Hallo, im letzten Jahr (2. Sommer) war schon ein wenig zu schneiden. Mit der Gartenschere war das schnell erledigt. Siehe Blogpost http://weiden-zaun.de/2018/09/07/der-weidenzaun-braucht-pflege/
      Im Moment ist der Weidenzaun noch im Winterschlaf. Ich werde berichten, wie es weitergeht.

      • Bielefelder on 18. März 2019 at 15:49
      • Antworten

      Hi Anna, im komme wie du geschrieben hast aus dem Raum Bielefeld. Kannst du doch per Email bei mir melden wegen der Adresse, daran wäre ich sehr interessiert! iulius punkt maximilian at googlemail punkt com

      1. Hallo Bielefelder,
        ich habe meine Weidenruten von Dirk Bröckel (www.ihrschoenergarten.de) aus Bielefeld. Du kannst dort gerne anrufen und mal nachfragen, ob er dieses Jahr wieder welche hat!
        Viel Erfolg!

    2. Hallo Anna,
      ich habe eben meinen neuen Blogpost veröffentlicht. Mit neuen Fotos. Ich denke, dass ich den Weidenzaun dieses Jahr öfter zurückschneiden muss als im vergangenen Jahr. Er treibt im Moment sehr stark nach oben aus. Ich will ihn nun oben schneiden, damit er mehr unten austreibt.
      Viele Grüße und frohe Ostern!

    • Andrea Czerniak on 18. März 2019 at 21:11
    • Antworten

    Hallo, wie sieht der Weidezaun denn im Herbst und Winter aus. Können sie Fotos online stellen?

    1. Hallo,
      ein Foto ausw dem Winter ist in meinem Blogeintrag vom Januar zu finden. https://weiden-zaun.de/2019/01/13/mal-wieder-was-vom-schlafenden-weidenzaun/
      Im Herbst verliert die Weide alle Blätter. Im Moment treibt sie wieder aus. Sobald die ersten Blätter zu sehen sind, werde ich wieder Fotos aus dem nun dritten Jahr einstellen.
      Viele Grüße

  2. Hallo wenn ich den Weidenzaun bis an die Grenze des Zaun’s vom Nachbarn stecke, treibt er dann auch zum Nachbarn rüber also auf seinem Bilderbuch Rasen? Ich wollte eigentlich Bambus einpflanzen aber der wuchert so. Ich hoffe Ihr könnt mir helfen. Liebe Grüße Susanne

    1. Hallo Susanne,
      ich habe den Weidenzaun auch direkt am Rasen stehen. Er bildet keine Ausläufer wie Bambus. Aber ich habe auch zur Straße hin Bambus gepflanzt.
      Gekauft habe ich den online beim Bambus Informationszentrum. Tolle Qualität. Lieferung auf Palette (bekomme kein Geld dafür). Infos dazu hier: http://www.bambus-info.de Da findest du auch den Shop. Es gibt Rhizomsperren, die die Ausläufer aufhalten sollen. Eine befreundetet Gärtnerin meint aber, die würden auch irgendwann Risse bekommen. Ich habe eine Sorte ohne Ausläufer gekauft. die wächst zwar langsamer aber dafür kontrollierter.
      Ich hoffe, dir damit geholfen zu haben.

    • Susanne Schneck on 12. August 2019 at 09:16
    • Antworten

    Hallo und guten Morgen, bin am Überlegen, als Sichtschutz zum Nachbargrundstück einen Weidenzaun zu machen. Nachdem ich Ihre Bilder gesehen und alle gelesen hatte, wurde ich darin bestärkt. Jetzt haben Freunde davon abgeraten, sie sagten, die gesteckten Äste werden irgendwann sehr dick und der Zaun viel zu wuchtig. Stimmt das?
    Liebe Grüße
    Susi

    1. Hallo, es freut mich, wenn Sie meine Seiten inspiriert haben. Natürlcih werden die Äste mit der Zeit dicker. Das soll ja auch so sein. Sie sollen je miteinander verwachsen. Nach nun drei Jahren mit meinem Weidenzaun kann ich noch nicht sgen, dass die Äste extrem dick werden und er wuchtig wirkt. Natürlich sind die Äste nicht so filigran wie bei einer Buchshecke oder ähnlichem.
      Der Vorteil ist, dass er schnell wächst. Das ist natürlich schön, weil der Zaun schnell blickdicht ist. Der Nachteil ist natürlich, dass man ihn auch regelmäßig schneiden muss. Ich mache das so 3-4 mal im Jahr. Aber die Nachbarn mit ihren Hecken im übrigen auch. Einmal nicht aufgepasst und schon ist er vier Meter hoch. Ich werde die Tage mal wieder ein paar neue und aktuelle Fotos einstellen, dann kann man sich wieder ein Bild amchen. WIe gesagt, kann ich noch nicht berichten, dass er wuchtiger sit als zum Beispiel ein Kirschlorbeer.
      Viele Grüße!
      Nils

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